Manpu Gama

KINTEI Sense MANPU GAMA Zao Mountain, Miyagi, Japan, Keramik, Zao Yaki, Yakishime Vase
WERKSTATT

MANPU GAMA

万風 窯

TÖPFER

TOYOHARA MANPŪ

豊原 万風


STECKBRIEF

       
Ort Zao, Miyagi Präfektur, Japan
Gegründet 1988
Stil Yakishime (Holzbrand), Kohiki, Glasierte lokale Keramik
Ofen Anagama, Heizölofen
Ton Lokaler Ton, Shigaraki Ton
Glasur Blaue Warabai Glasur, Kohiki, Zao-Ton Engobe

Manpu Gama & ZAO-YAKI: Keramik aus den Zao-Bergen

Das Zao-Gebirge in der Präfektur Miyagi ist ein Ort, an dem die Kräfte der Natur deutlich spürbar sind. Vulkanische Böden, mineralreiches Wasser und lange Winter prägen sowohl die Landschaft als auch den Rhythmus des täglichen Lebens. Im Winter verwandeln starke Schneefälle die Wälder in die bekannten Juhyō, die sogenannten Schneemonster – Bäume, die durch Eis und Wind zu stillen, monumentalen Gestalten werden. Auch Liebhaber von Onsen kommen in den zahlreichen Thermalbädern der Region auf ihre Kosten.

In den verwinkelten Bergstrassen dieser eindrucksvollen Gegend liegt das Atelier des Keramikkünstlers Manpu Toyohara: Manpu Gama. Gegründet 1988 mit einem klaren Fokus auf holzbefeuerte Keramik, wird das Studio heute gemeinsam von Manpu Toyohara und seinen beiden Töchtern geführt. Ihre Arbeit ist eng mit der Umgebung verbunden: Zao-yaki entsteht hier aus direkter Auseinandersetzung mit Klima, Material und Landschaft.

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KINTEI Sense MANPU GAMA Zao Mountain, Miyagi, Japan, Keramik, Zao Yaki, Yakishime Vase

Die Schönheit im Alltäglichen: Funktionale Keramik

Manpu Gama konzentriert sich auf funktionale Keramik für den täglichen Gebrauch. Teeschalen, Tassen, Becher, Teller, Sake-Gefäße und große Vasen bilden den Kern der Produktion. Jedes Stück ist darauf ausgelegt, benutzt, berührt und erlebt zu werden. Proportion, Balance, Gewicht und Beständigkeit werden ebenso sorgfältig bedacht wie Textur und Form – immer in Verbindung mit der Eigenheit des Materials.

Das Atelier arbeitet mit verschiedenen Tonarten. Lokaler Zao-Ton, reich an Eisen und Mineralien, wird gemeinsam mit Shigaraki-Ton verwendet. Der Zao-Ton verleiht den Kreationen Wärme und eine direkte Verbindung zur Region, während Shigaraki-Ton – geschätzt für seine robuste Struktur und seine Festigkeit bei hohen Temperaturen – insbesondere bei holzbefeuerten Arbeiten eine wichtige Rolle spielt.

Variation wird als natürlicher Teil des Prozesses verstanden. Anstelle strenger Gleichförmigkeit spiegelt jedes Stück die spezifischen Bedingungen seiner Herstellung und seines Brandes wider und trägt feine Unterschiede in sich.

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ZAO-YAKI: VIELFALT AN STILEN

Die Vielfalt der Arbeiten von Manpu Gama ergibt sich aus den jeweiligen Brennmethoden und der Reaktion der Materialien. Jede Technik reagiert auf die Bedingungen des jeweiligen Brandes und erzeugt eigene, unverwechselbare Effekte.

YAKISHIME (ANAGAMA BRAND)

Yakishime-Arbeiten werden im Anagama-Ofen ohne Glasur gebrannt. Während des Brandes zirkuliert Holzasche durch die Brennkammer und lagert sich natürlich auf den Oberflächen ab. Bei hohen Temperaturen schmilzt die Asche und verbindet sich mit dem Ton, wodurch natürliche Glasurmuster, ruhige Fließspuren und eine große tonale Tiefe entstehen.

Für diese Arbeiten wird häufig Shigaraki-Ton verwendet, da er besonders stark auf Asche und Flamme reagiert. Die Position im Ofen und die Hitzeeinwirkung beeinflussen das Ergebnis maßgeblich. An jedem Stück sind die Bedingungen seines Brandes abzulesen, Muster die wie Landschaften wirken und sich nicht im Voraus planen lassen.

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KINTEI Sense Manpu Gama Zao-Yaki, Anagama, Keramik, Japan, Yakishime, Ascheanflug, Sake Schale, Guinomi

BLue Series

Die Blue Series ist der representative Stil für Manpu Gama. Dieser Stil erforscht intensivere Farbwirkungen durch das Zusammenspiel von Glasuren, insbesondere blauen Glasuren.

Shigaraki-Ton wird dafür mit einer eisenreichen Engobe aus lokalem Zao-Ton überzogen und anschließend mit einer natürlichen Strohascheglasur mit Kobaltanteil versehen. Im Heizöl-Ofen gebrannt, entwickeln sich vielschichtige Blautöne, deren Muster aus den Brennbedingungen selbst hervorgehen.

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KOHIKI

Kohiki-Arbeiten zeichnen sich durch eine ruhigere Erscheinung aus. Ein heller Schlicker wird auf den dunklen Scherben aufgetragen und erzeugt nach dem Brand zartgraue, üppige Oberflächen mit feinen rosafarbenen Nuancen. Die Textur fühlt sich seidig an und ist auf angenehme Haptik im täglichen Gebrauch ausgelegt.

Diese Arbeiten werden in einem Heizöl-Ofen gebrannt, was eine stabile Brennatmosphäre ermöglicht und dennoch feine Variationen zulässt. Kohiki bei Manpu Gama steht für Ausgewogenheit und zurückhaltende Raffinesse.

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KINTEI Sense Manpu Gama Zao-Yaki, Keramik, Japan, Kohiki, Sake Schale, Guinomi, Boden

ANAGAMA OFEN - HERZSTÜCK MANPU GAMAS

Im Zentrum von Manpu Gama steht der 12 Meter lange Anagama-Ofen. Er prägt die Identität des Ateliers, erfordert aber zugleich große Umsicht.

Der Brand eines solchen Ofens verlangt enorme körperliche Anstrengung und intensive Vorbereitung von ausreichenden Keramiken sowie lange Brennzeiten mit durchgehenden Schichten über mehrere Tage. Da die Zao-Region erdbebengefährdet ist, erhöhen lange Brennphasen das Risiko von Brandschäden im Falle seismischer Aktivitäten.

Aus diesem Grund wird der Ofen heute in der Regel nur zu etwa einem Drittel seiner Länge bestückt, was einer Kapazität von rund 1.000 Stücken entspricht. Die Brände finden alle zwei Jahre statt und dauern bis zu vier Tage und Nächte kontinuierlichen Nachlegens. Durch die Begrenzung der Brenndauer reduziert das Atelier Risiken, ohne den wesentlichen Charakter des Holzbrandes aufzugeben.

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Manpu Gama als lokaler kultureller Anker

Manpu Gama ist nicht nur Produktionsstätte, sondern auch ein Ort der Begegnung. Töpferkurse bringen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedlichen Alters und Hintergrunds aus der Gegend zusammen und unterstreichen die Auffassung, dass Keramik ein selbstverständlicher Teil des Alltags ist.

Wie viele handwerkliche Werkstätten spiegelt auch Manpu Gama eine enge Beziehung zur Umgebung von Zao wider. Klima, Gelände und Materialbedingungen beeinflussen Entscheidungen in allen Phasen – von der Auswahl des Tons bis zur Nutzung des Ofens. Die Stärke des Ateliers entsteht aus dem Arbeiten innerhalb dieser Gegebenheiten, nicht aus dem Versuch, sie zu überwinden.